Schützenbruderschaft-Höngen
Soziale Arbeiten der Bruderschaft
  
Flutopferhilfe 1994
 
Anfang 1994 überflutete die Maas viele Dörfer und große Flächen in Niederländisch Limburg und Belgien. Auf Initiative von Margret Boon, aus dem Gasthof Peters gebürtig und inaktives Mitglied der Bruderschaft, zu jener Zeit wohnhaft in Echt( NL), nahm die Schützenbruderschaft an einer zweitägigen Aufräumaktion in Roosteren teil.
 
Die Keller der Häuser in Roosteren waren bis zur Decke überschwemmt. Nun war alles voll Schlamm, Schlick und Unrat. Das Inventar vieler Häuser war ruiniert. Parkettböden waren zerstört. Das Mauerwerk zeigte starke Risse. Nässe steckte in Wänden und Decken. Die Bruderschaft entrümpelte und säuberte in zweitägiger Arbeit.
 
Die Gemeinde Susteren bedankte sich bei jedem der teilnehmenden Schützen mit einem Dankesbrief und …einem Regenschirm.
 
 
 
Unterstützung der Organisation: „Eine Hand für Kinder von Tschernobyl“
 
Beim Lambertusmarkt 1998 wurde der Erlös des Jedermannsschießens der Organisation zur Verfügung gestellt. Die Ferienkinder aus Tschernobyl, die seit Jahren schon in Hoengener Familien Erholung finden, können kostenlos am Freitagstraining und der Jugendsommernacht teilnehmen.  
Fluthilfe 2002  
 
Bei der großen Flut 2002 wurden weite Gebiete in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen von der Elbe überflutet. Auf Initiative der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften wurden von den Umsätzen der Lambertuskirmes 10 Cent je Getränk an den Hilfsfond für die Flutkatastrophe überwiesen, insgesamt ein Betrag von € 750.
Altentag
 
 1971 veranstaltete die Bruderschaft erstmals einen Altentag für die Senioren des Ortes im Saale Peters. Die Ortsvereine und die Schule beteiligten sich . Die Gemeinde Selfkant trug mit einem Zuschuss einen Teil der Kosten. Den restlichen Betrag bezahlte die Bruderschaft. Nachdem jahrelang keiner mehr alt sein wollte, setzt heute die Pfarrgemeinde diese Tradition mit einem monatlichen Seniorentreff fort.
 
Nikolaus in Höngen
 
Die Junggesellen  im Ort besuchen am Nikolausabend die Kinder des Dorfes mit dem sog. Nikolausspiel. Es ist auch Tradition, dass die Nikolausgruppe das Altenheim St. Josef in Haus Biesen besucht und auch den alten Bewohnern eine Leckertüte schenkt. An diesen Kosten beteiligt sich ebenfallsdie Bruderschaft.
 
Schützenhilfe für Hinterhermsdorf
(in memoriam Elmar Groh)
 
Aus den vielfältigen Verbindungen des Schützenehepaares Matthias und Ruth Deckers seit den späten 70er Jahren nach Radebeul und Dresden in Sachsen erwuchsen nach der politischen Wende 1989 in Deutschland tatkräftige Hilfen auf vielen Gebieten der kommunalen Ebene. Noch im Frühjahr 1990 besuchten Elmar Groh, Eckmar Haehnel und Eberhard Sturm aus dem damaligen Kreis Sebnitz in der Sächsischen Schweiz den Kreis Heinsberg und die Gemeinde Selfkant. Daraus entwickelte sich fast eine inoffizielle Partnerschaft zwischen der Gemeinde Selfkant und der Gemeinde Hinterhermsdorf in Sachsen. Die Hilfestellungen waren vielfältig. Bei einer Zusammenkunft in der Zehntscheune in Millen erging zu Anfang des Jahres 1992 eine offizielle Einladung an den Rat und die Verwaltung der Gemeinde Selfkant durch den Bürgermeister der Gemeinde Hinterhermsdorf, Elmar Groh, an der Eröffnung des neuen Museums teilzunehmen. Die Sankt Johannes Baptist Schützenbruderschaft Höngen sollte durch die Organisation eines Vogelschusses und durch eine Ausstellung von Schützenunterlagen das Schützenwesen in dieser Gemeinde wieder zu beleben versuchen. Von den Höngenern wurden Unterlagen und die Ausstellung organisiert. Alles war zum Besuch vorbereitet. Jedoch aus unerklärlichen Gründen fehlten auf einmal alle offiziellen Mitfahrer aus Gemeinderat, Verwaltung und der bereitzustellende Bus. Die Schützen waren aber im Wort, und trotz aller Unbill hielten sie Wort. Als Fahrgelegenheit stellte der Pfarrer und damaliger Präses der Sankt Johann Baptist Schützenbruderschaft, Johannes Sczyrba, seinen betagten VW-Bus nach einer gründlichen Überholung zur Verfügung. (Wenn die Informationen des Schreibers dieser Zeilen richtig sind, trug die Schützenkasse die Kosten dieser Busreparatur.)
 
Endlich starteten am Donnerstag, dem 27. August 1992, gegen 22.00 Uhr Präsident Hans Janssen, Kommandant Lambert Spykers, Offizier Schießmeister und Kaiser Gottfried Engendahl, Offizier Bernd Hoeker und Fahnenschwenker Holger Hahnen mit dem vielsagenden Transparent im Rückfenster des VW-Busses „Schützenhilfe für Hinterhermsdorf“ ihrem Ziel entgegen. Nach zügiger Fahrt erreichte der Transport in der Morgendämmerung das noch verschlafene Hinterhermsdorf. Dort begrüßte Bürgermeister Elmar Groh und der zuständige Sachgebietsleiter für Tourismus Joachim Gnauck die Schützenabordnung aus dem Selfkant. Nun hatten wir Zeit, unsere Quartiere zu belegen und die schöne Ausflugs- und Grenzgemeinde Hinterhermsdorf kennen zu lernen. Das zum Wochenende stattfindende Volks- und Jagdfest zur Kirmes verbreitete ungeahnte Hektik im Dorf . Es gab ein betriebsames Hin und Her zwischen Festplatz und Tourismuszentrum. Am Freitagabend fanden sich die Schützen mit der Bevölkerung zur Bierprobe im Festzelt ein. Der Bieranstich erfolgte durch Bürgermeister Elmar Groh. Erneut begrüßte er die Gäste und Schützen aus dem Rheinland sehr herzlich. Dazugestoßen waren aus dem Urlaub in Dresden mit Ergänzungen für die Schützenausstellung Schütze und Schützin Matthias und Ruth Deckers. Damit beendete Groh aber zugleich den offiziellen Teil dieses Tages und wir gingen zum gemütlichen Abschnitt des Abends über. Neben dem landläufigen hellen Bier probierten wir auch das Schwarzbier. Dass dabei die Trinkfestigkeit einiger Schützen im Nachhinein bezweifelt wurde, hält der Schreiber dieser Zeilen für ein unbestätigtes Gerücht. Des Festes Hauptfeierlichkeiten wurden mit einem großen Festakt an der deutsch-tschechischen Grenze abgewickelt. Die erste offizielle Grenzöffnung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Tschechischen Republik lief mit unserer Beteiligung ab. Alles, was in der örtlichen Politik Rang und Namen hatte , war anwesend. Selbst der Regierungspräsident Helmut Weidelehner aus Dresden beehrte uns mit seiner Anwesenheit. Die Bürgermeisterin von Nixdorf aus Böhmen und Bürgermeister Groh öffneten offiziell die beiden Schlagbäume. Die Schützen in ihren schmucken Uniformen und mit der sehenswerten Fahne bildeten einen würdigen Rahmen. Dass einigen älteren Teilnehmern von deutscher Seite durch Emotionen Tränen in den Augen standen, ist für uns Grenzbewohner an der Westgrenze für die bisher hermetisch abgeriegelte Ostgrenze nur zu verständlich.
 
Natürlich zogen wir jetzt auch in voller Montur auf tschechisches Hoheitsgebiet. Das erste, was uns auffiel, waren die waffenstrotzenden tschechischen Grenzwächter mit den auffällig lässig auf den Knien bereitliegenden Kalaschnikows. Nach einem freundlichen Schützenhandschlag wischte aber auch denen ein verstohlenes Lächeln über die Lippen. Noch zu berichten und erwähnenswert sei das Bierfassen unmittelbar nach dem Festakt. Es gab zwar Freibier, aber weit und breit kein Bierzelt oder Kühlwagen. Herbeigerufen wurden wir an einen Feuerwehrwagen, der in origineller Weise den Durst der Feierrunde stillte. Die Wehrmänner ließen an einer Seite einfach eine Schabracke runter, fertig war die Theke und herausguckte an einer bestimmten Stelle des Tankwagens der Bierzapfhahn. Fertig war der Ausschank und bei den warmen Außentemperaturen mundete das halbwegs Gekühlte ausgezeichnet.
 
Ebenfalls eröffnete an diesem Samstagmorgen unsere Ausstellung der Schützenutensilien mit Festzeitschriften, Heimatkalendern, alten Urkunden, Schützensilber, Orden, neuzeitlichen Waffen und mit Bildern von Schützenfesten. Selbst ein Video vom letzten Höngener Schützenfest konnte gezeigt werden. Jedoch der Hauptstrom der Besucher fand nicht zur Ausstellung und auch die Offiziellen schenkten ihr nur wenig Aufmerksamkeit. Am Sonntagnachmittag schritten wir zur Hauptattraktion unseres Besuches, dem Vogelschuß. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Einschießen mit der Armbrust wurde unser Gipsvogel als Ziel installiert. Erwähnenswert sind noch die Diskussionen mit den Sachsen über den zu kleinen Vogel. Wahrscheinlich war ihr Vorkriegs-Holzvogel von größerem Umfang gewesen. Letztendlich gelang es einem jungen Mann, den Königsvogel von der Stange zu holen. Er erhielt als Erinnerungsplakette eine eigens dafür gestiftete Silberplatte. Die Feierlichkeiten am Sonntag klangen mit einem Frühschoppen am Nachmittag aus. Hier waren noch Restgewohnheiten des realen Sozialismus zu bemerken, denn das Bier war nicht allzu gekühlt. Böse Zungen behaupteten ja: Herrschten zu Sozialismus Zeiten draußen 30° C, wars Bier auch 30°!!!
 
Am nächsten Tag wurde nach unvergesslichen Eindrücken die lange Heimfahrt von der Sächsischen Schweiz ins Maasland angetreten. Was der Chronist unbedingt nicht verschweigen darf, ist eine sich anschließende mehrmonatige unwürdige Debatte im Gemeinderat über die Erstattung der Reisekosten für die Schützen aus einer ganz bestimmten kommunalpolitischen Ecke.
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Schützenbruderschaft Höngen ® 2011

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